Beginnt man damit sich mit dem Thema Stoffwindeln auseinander zu setzen, trifft man schon nach kurzer Zeit unweigerlich auf eine Vielzahl verschiedener Systeme mit den unterschiedlichstenAbkürzungen.
An sich kann man zwischen einteiligen, zweiteiligen und dreiteiligen Windeln unterscheiden.
Man kann sich entweder für mitwachsende Windeln (One-Size) oder Mehrgrößenwindeln entscheiden.
Verschlossen werden die Windeln entweder mit Hilfe von Druckknöpfen oder Klett. Auch gibt es die Möglichkeit in so genannte Schlupf-Überhosen zu investieren. Diese müssen allerdings ständig in
der nächsten Größe nachgekauft werden, wenn das Kind raus gewachsen ist.
Der äußere Teil der Windel kann aus PUL (Polyurethanlaminat), Wolle oder im Falle dreiteiliger Windeln aus unterschiedlichen Stoffen bestehen.
Das wichtigste könnt Ihr aus der folgenden Übersicht entnehmen.
Einteilige Windeln (auch All-In-One; AIO) kommen den herkömmlichen Wegwerfwindeln wohl am nächsten, da sie aus einem Teil bestehen.
Der saugende Kern ist direkt mit der wasserfesten Überhose vernäht, wodurch die Windel nach einmaliger Verwendung auch gleich komplett gewaschen werden muss.
Aus diesem Grund, in Kombination mit einer längeren Trocknungsdauer benötigt man hiervon viele Exemplare, soll das Kind durchgehend damit gewickelt werden.
Viele Eltern verwenden dieses System vor allem für Unterwegs oder in der Kita.
Zweiteilige Windeln bestehen, wie der Name bereits sagt, aus zwei unterschiedlichen Komponenten. Einer wasserfesten Überhose und einem saugenden Teil, der die eigentliche Windel bildet. Die
Überhosebesteht meist (wie auch die Außenhülle der AIOs) aus PUL (Polyurethanlaminat). PUL lässt sich einfach mit einem feuchten Tuch grob reinigen, es ist atmungsaktiv und bei 60 Grad waschbar. Aus
diesem Grund eignet es sich quasi perfekt als Überhose. Eine andere Möglichkeit bilden Überhosen aus Schurwolle. Diese ist zwar etwas natürlicher und baut sich schneller ab,wenn du Windel nach vielen
Jahren doch einmal ausgedient hat, jedoch sollte man beachten, dass hier auch immer eine "Nutz"tierhaltung mit einhergeht.
DieSaugkomponente kann in unterschiedlichen Ausführungen vorliegen.
Pocketwindeln (oder auch "Pockets") sind den AIOs am ähnlichsten. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass die Einlage, also der saugende Kern, nicht fest mit der Windel vernäht ist,
sondernineine Art Tasche geschoben wird.
Man kann die Windeln somit individuell mit Saugmaterial bestücken, welches zwischen eine feuchtigkeitsleitende innere Schicht und eine wasserabweisende äußere Schicht geschoben wird. Die innere
Schicht leitet den Urin somit in den saugenden Kern. Nach Verwendung wandert die komplette Windel, wie bei der AIO in die Wäsche.
Zuhause bestückt eignet sich auch dieses System hervorragend für Unterwegs, die Großeltern oder in die Kita.
Das All-In-Two-System (auch AI2) besteht aus einer Überhose, in die Einlagen als saugende Komponente geknöpft oder geklettert werden. Auch das Einlegen von vorgefalteten Mullwindeln oder so genannten
Prefolds ist möglich.
Die nach Benutzung kommt das Saugmaterial in die Wäsche. Die Überhose kann grob gereinigt und wiederverwendet werden.
Dieses System ist weniger kostenintensiv, als Pockets oder AIOs und hat sich bei vielen Familien vor allem für Zuhause, aber auch für unterwegs bewährt.
Hierbei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um eine Art Höschen. Die Höschenwindel bildet den saugenden Kern, der von einer Überhose umschlossen wird.
Bei vielen Eltern ist dieses System vor allem als Nachwindel sehr beliebt. Das Saugvolumen kann mit Hilfe von zusätzlichen Einlagen Erhöht und die Überhose nochmals verwendet werden.
Eine gut gepackte Höschenwindel hält bis zu 12 Stunden ohne auszulaufen, macht unter Umständen allerdings auch ein sehr großes Paket, weshalb viele tagsüber lieber auf ein anderes System
zurückgreifen.
Hierfür werden Mullwindeln, Frottee- oder Baumwolltücher auf unterschiedliche Arten gefaltet und um das Kind gelegt.
Fixiert wird die Windel mit einer Art Klammer (auch als "Snappy" bezeichnet) oder direkt mit der Überhose.
Dieses System ist bei Eltern vor allem aufgrund der geringen Kosten beliebt. Es eignet sich hervorragend zum Wickeln von Neugeborenen. Bei mobileren Kindern kann es später durchaus
Schwierigkeiten beim Anlegen geben, weshalb viele Eltern dann lieber auf ein anderes System zurückgreifen.
Bei Bindewindeln handelt es sich um Tücher in Sanduhrenform. Sie werden um das Kind gelegt und mit Hilfe eines Bands, welches drum herum gewickelt wird, am Bauch verschlossen.
Ähnlich wie bei Faltwindeln erweist sich auch dieses System gerade bei sehr mobilen Kindern als schwierig. Für Neugeborene kann es jedoch eine günstige Einstiegsmöglichkeit in das Wickeln mit
Stoff darstellen.
All-In-Three (abgekürzt AI3) bestehen, wie der Name schon verrät, aus drei Einzelteilen. Die Besonderheit liegt darin, dass Überhose und wasserundurchlässige Schicht getrennt sind voneinander.
Sobesteht die Überhose quasi aus einer Außenwindel (auch "Pant") und einer Innenwindel (oder "Pouch"). Der Pouch wird in der Außenwindel entweder mit Hilfe von Druckknöpfen oder Klett befestigt
undanschließend mit einer Einlage (auch "Soaker") bestückt. So wie "normale" Überhosen kann der Pouch sowohl aus PUL als auch aus Wolle gefertigt sein.
Dieses System soll vor allem die Wäschemenge reduzieren. Beim Wickeln wird lediglich die Saugeinlage gewechselt, der Pouch nur ausgewischt. Die Außenwindel kann mehrfach wiederverwendet und bei
grober Verschmutzung des Pouch mit einem neuen bestückt werden.